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Fürstl. Park Inzigkofen

zurück zu Inzigkofen

 


Beschreibung
und Geschichte des Fürstlichen Parks Inzigkofen

 

Am Ende des romantischen Oberen
Donautals erstrecken sich nördlich 
und nordwestlich von Inzigkofen an
den Steilhängen zum rechten Donauufer
hin die "Fürstlichen Anlagen" von
Inzigkofen. Der Fürstliche Park von
Inzigkofen hat die Figur einer Bogenlinie
und ist rund 26 ha groß
.

 

Die wildromantische Schönheit der Donau-Steilhänge mit ihren schroffen
Jurakalkfelsen, zwischen denen sich leise die junge Donau hindurchschlängelt, 
die schön angelegten, zum Teil auf Stützmauern oder Holzbauten ruhenden Geh- 
wege, die kühn angelegten Treppen und die über eine wilde Schlucht führende
"Teufelsbrücke" verleihen dem Inzigkofer Park seinen besonderen Reiz und machen
ihn zu einem beliebten Ausflugsziel. Seine Schönheit hat der Inzigkofer Heimatdichter
Josef Schatz (gest. 1951) mit folgendem Lied besungen:

Dort, wo die blaue Donau
durch steile Felsen bricht
und ihre Fluten glänzen
im hellen Sonnenlicht,
dort liegt ein lauschig Plätzchen,
vom Herrgott reich bedacht,
dort hat er bei der Schöpfung
sein Meisterstück gemacht

      

Der Park ist Eigentum des Fürstenhauses Hohenzollern-Sigmaringen und für jedermann
frei zugänglich. Sein Entstehen verdankt der Inzigkofer Park der Aufhebung des 
Klosters Inzigkofen. Dieses wurde 1354 als Franziskanerinnenkloster gegründet. 1394
wurden die Frauen als regulierte Chorfrauen vom Orden des hl. Augustinus bestätigt.
Durch die Säkularisation wurde das Kloster im Jahre 1802 aufgehoben. Der Kloster- 
besitz fiel an das Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen.
Prinzessin Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg, die ihre Jugendzeit in Paris verbrachte
und sich 1782 mit dem Erbprinzen Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen vermählte,
fand keinen großen Gefallen am Schloss Sigmaringen. Es war ihr zu altmodisch um im
Vergleich zu den von ihr gewohnten Pariser Palästen zu ernst für eine Wohnung. Dagegen
entdeckte sie ihr Interesse an der Schönheit des 1802 erhaltenen Klosters Inzigkofen.
Dies bewog die fürstliche Familie, ihren Sommersitz nach Inzigkofen zu verlegen. Dazu
bot sich das außerhalb der Klostermauern gelegene Amtshaus des Klosters an. Diesem
wurde 1810 an den Ostgiebel eine Blendfassade in klassizistischer Form vorgesetzt, 
und nach einigen Umbauarbeiten konnte die fürstliche Familie am 6. Februar 1811
einziehen. Der beim Schloss befindliche Obst- und Gemüsegarten wurde kunstgerecht
zu einem Ziergarten umgestaltet. Anschließend ging man daran, das östlich es Klosters
gelegene unwegsame Gelände sowie den 2 ha großen Blaufelsen mit Spazierwegen zu
erschließen und mit Waldbäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Diese Arbeiten 
dauerten bis zum Herbst 1829.

Mit dem Erwerb des Fürstlich Fürstenbergischen Erblehenhofes Nickhof durch Fürst
Karl von Hohenzollern-Sigmaringen im Jahre 1841 erhielten die Anlagen eigentlich erst
ihren Glanzpunkt, denn durch diesen Neuerwerb konnte der Park wesentlich vergrößert
und weitere herrliche Naturschönheiten erschlossen werden.

Amalienfelsen


Im östlichen Teil des Parks ragt am rechten Donauufer der "Amalienfelsen", früher 
auch "Blaufelsen" und "Bräufelsen" genannt, aus der Donau heraus. Vom normalen
Wasserspiegel aus hat er eine Höhe 

      

von fast 29 Meter. Er liegt auf 605 
Meter Meereshöhe und wird westlich 
in einer Tiefe bis zu 6 Meter von der
Donau umspült. Das Gefälle von der
Donauquelle in Donaueschingen bis
zu diesem Felsen beträgt 113 Meter. 

An der senkrechten Wand befindet sich eine Inschrift aus eisernen Lettern: 
"Andenken an Amalie Zephyrine 1841" sowie das Allianzwappen der 1841 ver- 
storbenen Fürstin. Inzigkofen war der Lieblingsaufenthalt der Fürstin Amalie. 
Ihrem Betreiben ist es zu verdanken, dass der Park angelegt wurde. Sie war den 
Armen und Bedürftigen aus Inzigkofen stets eine hochherzige Wohltäterin und hat
wesentlich zur Förderung der hiesigen Dorfschule beigetragen. Daher die Inschrift 
am Felsen zum Gedenken an die Fürstin Amalie und in neuerer Zeit der im Volksmund
gebräuchliche Name "Amalienfelsen".

 

Teufelsbrücke
Vom Amalienfelsen führt ein steiler Weg hoch zur Teufelsbrücke. Sie wurde 
erstmals 1843 als Holzbrücke erbaut, war 21,5 Meter lang und führte über
einen 20 Meter tiefen Abgrund. Vermutlich hat die Brücke ihren Namen von 
der folgenden Sage: Fürst Karl erteilte seinem Baumeister den Auftrag, über
die Schlucht hinweg eine Brücke zu bauen. 

Der Baumeister antwortete seinem Herrn: "Die soll von mir aus der Teufel bauen, aber nicht ich!" Kaum hatte der Baumeister dies gesagt, da stand auch schon der Teufel da und versprach, die Brücke zu bauen unter der Bedingung, dass die Seele jenes Geschöpfes, das als erstes über die fertige Brücke geht, ihm gehöre. 

Man ging den Handel ein, und als die Brücke fertig war, jagte man einen räudigen Hund über sie und betrog somit den Teufel.

Die jetzige Betonbrücke wurde 1895 erbaut.

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